

Archive for November, 2008
exklusiver zugang über google?
Author: admin
was philipp lenssen hier über ein neues google-feature schreibt ist ziemlich interessant. google bietet sites mit verschlossenen oder zu bezahlenden inhalten an diese zu indexieren, wenn sie google-benutzern diese inhalte kostenlos zur verfügug stellen.
ich hab so ein gefühl, dass google hier einen entscheidenden schritt zu weit geht und sich von mehreren seiten gehörigen ärger einhandeln könnte. bisher hat google immer versucht, bei neuen projekten oder features kritikern den wind aus den segeln zu nehmen, indem man sich zur quelloffenheit oder grösstmöglicher transparenz bekannte oder die konkurenz gleich mit ins boot holte. das XML-sitemap-protokoll ist so ein fall oder die weiterentwicklung des robots.txt-formats.
dieses „first click free“-dings stinkt meiner meinung nach einen ticken zu viel nach unfairer ausnutzung einer marktbeherrschenden stellung. ausserdem verlässt google seine bisherige, relativ neutrale position und wählt einen technisch minderwertigen und völlig blödsinnigen weg bei der umsetzung dieses features.
ich glaube dieser schuss ins google-knie könnte als kopfschuss enden.
[bei philipp lenssen weiterlesen.]
(kommentare)
(autor: felix schwenzel) źródło
read comments (0)focus.de vs. spiegel.de
Author: admin
am samstag in hamburg sah ich den chefredakteure von spiegel.de und focus.de dabei zu, wie sie sich bemühten ihren jeweiligen online-auftritten journalistische qualität, markt- und meinungsführerschaft zuzuschreiben. spiegel.de lese ich zwar sehr selten, würde der nachrichtensite aber attestieren lernfähig und, abgesehen von sporadischem abgleiten ins unerträglich boulevardesque oder tittenblattige, ziemlich informativ zu sein. focus.de zieht völlig unbeachtet an mir vorbei, lediglich sein chefredakteur inspieriert mich hin und wieder zu lobeshymnen.
also habe ich mir gedacht, schau dir die beiden sites doch mal zusammen an und vor allem, guck mal, ob focus.de vielleicht doch brauchbarer oder lesenswerter als das blatt selbst ist (das blatt werde ich nach einem testkauf vor vielen jahren, noch nicht einmal mehr mit der kneifzange oder beim friseur anfassen).
heute abend, nachdem ich den halben tag übernächtigt und erschöpft im bett verbracht habe und die andere hälfte kaffee-trinkend und fas-lesend im kaffee — also völlig ahnungslos von der aktuellen weltlage war — habe ich parallell beide seiten aufgerufen um mich auf den letzten stand der dinge zu bringen.
spiegel.de machte mit der meldung auf, dass colin powell barack obama unterstütze: „Powell zieht für Obama in den Wahlkampf“, focus mit der meldung, dass frank-walter steinmeier „bauchschmerzen“ (wegen hessen) habe. hessen und steinmeier interessierten mich heute abend nicht, der erste klick ging an spiegel.de. der artikel im spiegel.de über colin powell war informativ und ziemlich OK. auf focus.de ist die story an zweiter stelle und mit „Bushs Ex-Außenminister unterstützt Obama“ überschrieben. das ist etwas genauer als spons „Powell zieht für Obama in den Wahlkampf“, da, wie ich sowohl auf spiegel.de, als auch focus.de las, powell nur seine bereitschaft für obama in den wahlkampf zu ziehen erklärte. eigentümlich, dass ich nur auf focus.de lese, dass mccain in umfragen „gewaltig“ aufhole: „Obama dürfte sich über die Unterstützung freuen, zumal sein Kontrahent, der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain, nur noch drei Prozentpunkte zurück liegt. Das ergaben Umfragen, die im Auftrag der Nachrichtenagentur Reuters und C-Span erhoben wurden.“ auf spiegel.de keine silbe von diesen umfragen.
die ergebnisse des formel1-rennen heute früh interessierten mich auch, da ich das rennen komplett verpennt hatte. sowohl spiegel.de, als auch focus.de war das rennen keinen aufmacher mehr wert. artikel über das rennen waren auf beiden seiten an die zweite stelle der sport-teaser gerutscht, bei spiegel.de unter eine fussball-meldung, auf focus.de unter einen omninöse teaser auf denen man ameriaknische cheerleader erkennen kann die ihre ärsche in die kamera recken, was der teaser-textende focus-redakteur „Verwirrende Cheerleader-Posen“ nannte. mich machen solche arsch-und-titten-teaser wahnsinnig aggressiv. selbst wenn so ein aufgeilungs-schrott kräftig geklickt wird, wie kann sich ein chefredakteur ohne rot zu werden auf ein podium setzen und von qualität schwadronieren? spiegel.de ist da auch nicht so viel besser, verpackt seine arsch-und-titten-story aber feuilleton-artig als besprechung eines fotobandes.
der focus.de-formel1-artikel auf der homepage beschränkt sich leider auf die ferrari-stallorder („Formel 1: Übler Stallordergeruch“), nicht schlecht geschrieben, aber weder fand ich im artikel einen hinweis auf eien zusammenfassung des ganzen rennens, noch hatte ich lust mich durch die focus.de-ressortübersicht durchzuklicken um einen zu finden. ausserdem war der artikel auf zwei seiten verteilt, was mich nach dem aufgeil-arsch-teaser innerhalb von zwei minuten erneut voll aggro werden liess. die spiegel.de-rennzusammenfassung („Hamilton-Sieg in China: Silberpfeil zielt auf Gold“) war sauber geschrieben, informativ und am ende wusste ich alles was ich wissen wollte — im gegenteil zum focus.de, der mich nur partiell informierte.
was mich auch interessierte, auch wenn ich schon ein paar stunden vorher das original gesehen hatte, war der auftritt von sarah palin bei saturday night live. spiegel.de titelt „Saturday-Night-Live-Auftritt: Sarah Palin floppt in der Comedy-Show“, focus.de „Gute Miene zu böser TV-Parodie“. die überschriften zeigen deutlich, dass sowohl spiegel.de als auch focus.de windschief sind: spiegel.de neigt sich nach links, focus.de nach rechts. ich tendiere rein subjektiv zur spiegel.de-perspektive, zumal ich tina fey nicht böse, sondern urkomisch finde.
focus.de schreibt über den fernsehauftritt palins eine kurze zusammenfassung, die OK ist, aber keine sonderliche tiefe aufweist. vor allem gibts keinen link zur show oder zu einem video. bei spiegel.de schon. ausserdem schreibt sich marc pitzke aus „new york“ (warum muss man das betonen?) einen wolf, liefert sehr viele hintergrund- und nebeninformationen, so dass ich mich auch hier von spiegel.de ungefähr 34mal besser informiert fühle.
meine aufmerksamkeitsspanne ist bei spiegel.de nun erschöpft, ausser den oben beschriebenen artikeln erregt nichts weiter mein interesse. focus.de hat irgendwo am unteren ende der seite noch eine meldung die ich klicke: „Apple-Interview mit kuriosen Momenten“. auf der homepage wird angekündigt: „Apple gilt als höchst verschwiegenes Unternehmen ─ doch FOCUS-Redakteur Ulf Hanneman konnte mit Vertriebsvorstand Ron Johnson sprechen.“ nach dem klick wird schnell klar, dass focus.de mich hier erneut zu verarschen versucht. der artikel ist lediglich ein hohler teaser, diesmal nicht mit arsch und titten, sondern mit äpfeln. nach drei absätzen in denen lediglich über den unglaublichen, unfassbaren widrigen interview-bedingungen lamentiert wird, lese ich: „Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen FOCUS-Ausgabe auf Seite 130.“
nein, focus.de, spar dir deine werbe-imperative. ganz sicher lese ich das nicht.
vielleicht bin ich ja zu anspruchsvoll, zu erwarten, auf einer nachrichtenseite umfassend informiert zu werden, hinter teasern das zu erwarten was im teaser steht und von altmänner-titten-und-arsch-ködern verschont zu bleiben. fakt ist, ausser dem etwas besseren colin-powell-artikel hatte der focus.de keine chance gegen spiegel.de. im gegenteil, vom focus.de kam ich mir auch noch mehrfach verschauckelt vor. wenns um mein subjektives informationsbedürfnis geht, kommt mir spiegel.de sehr viel mehr entgegen. den ranzigen eindruck den ich vom focus auf papier habe, konnte die online-version nicht abschütteln. spiegel.de schafft das einigermassen.
(kommentare)
(autor: felix schwenzel) źródło
zeugnissverweigerungsrecht
Author: admin
wenn ich als schüler etwas vom zeugnissverweigerungsrecht gewusst hätte, wäre mein notenspiegel sicher besser gewesen.
(kommentare)
(autor: felix schwenzel) źródło
alicia keys
Author: admin
heuet abend hat mich o2 in die o2-arena eingeladen um mir das alicia keys konzert anzuhören. das hatte mit dem von ethority organisierten xda-projekt zu tun, bei dem zwei blogger (er und ix) und vier forums-affine menschen einen xda und eine telefonflatrate zum testen bekamen und darüber schreiben sollten.
im rahmen dieses projektes sollten also mal alle teilnehmer zusammenkommen und bekamen auf den xda und die 6-monatige-o2-flatrate also noch eine konzertkarte und eine premium-dings-zugangs-karte. damit sollten kost und logis kostenlos sein. weil ich vorher noch in hamburg war, kam ich etwas später und erfuhr erst nach der schrecklichen vorgruppe, dass ich meine premium-dings-karte in ein blaues armband umwandeln könne, mit dem ich dann frei saufen und eine vorspeise und ein hauptgericht essen dürfte.
als mir nach einer halben stunde alicia keys die ohren klingelten (o2 arena, ohren klingeln: höhö), ging ich raus um in der premium-lounge ein bier zu trinken. leider konnten mir weder die kellner oder die zahlreichen anderen rumstehenden aufpasser, kartenabreisser kartenscanner und sicherheitsleute sagen wo ich dieses ominöse blaue band bekommen würde. selbst die voll wichtig aussehende dame an die mich ein nicht minder wichtig aussehender kartenscanner verwies, konnte mir das nicht sagen. und das, obwohl die dame sogar ein klemmbrett trug, also definitiv die wichtigste von allen in sichtweite sein musste. so ging ich übelgelaunt zurück zur bar und liess die herumstehenden, zahlreichen, wichtig aussehenden angestellten weiter wichtige abstimmungsgespräche führen, wo sich, als ich schon für mein bier bezahlen wollte, eine bardame meines premium-dings-passes erbarmte und mir das bier so gab und mich endlich mal ein bisschen wichtig fühlen liess.
zu essen bekam ich nach dem konzert auch noch ein bisschen (crabmeat-burger mit mango und chili von „borcherts-catering“ — war triefig, aber ganz OK), aber nur weil sich unser ethority-gastgeber verbal kräftig ins zeug legte.
das konzert war so lala. irgendwer meinte hinterher „gute show“. kann ich nicht sagen. alicia keys sprang zuerst ein bisschen auf der bühne rum, setzte sich dann irgendwann an den flügel und liess ihre band rumspringen. sie hat die ganze zeit gesungen, was lobenswert ist, und leider zwischenzeitlich auch immer wieder geredet, was grausam war. sänger sollten nicht reden, genauso wie moderatoren nicht singen sollten. beides ist peinlich, vor allem wenn man seinem publikum verbal in den hintern steigt um dafür applaus einzuheimsen und das dann auch noch 5mal textgleich wiederholt.
ich bin mittlerweile so weit, dass ich musik nur noch mit einer „skip“-taste ertrage. zuhause kann ich schreckliche lieder vorspulen, im konzert muss man sie unerbittlich ertragen. leider hat alicia keys einige unerträgliche lieder im repertoire, bei denen sie mitunter auch ganz schrecklich laut singt. ihre stimme ist ja durchaus angenehm, sie dringt mir teilweise auch unter die haut und erzeugt eine leichte gänsehaut, aber 1,5 stunden sind dann doch ungefähr 1,2 stunden zu viel für mich.
die o2-arena ist jetzt ungefähr 5 wochen alt und schon ganz enorm runtergerockt. aus den armlehnen kam bereits der schaumstoff gequollen, die toiletten sehen aus und riechen wie bei die mir zuhause und die halle hat den charme eines fünf jahre alten ikea-warenlagers (auch farblich). bei der gastronomie im „premium“-bereich erwartet man dann auch eher borcherts-köttbülar und wird auch ähnlich zuvorkommend bedient. nur die kostenlose babynahrung und free-refills fehlen.
eine stunde nach dem konzert wurden wir vor die wahl gestellt uns einschliessen zu lassen, oder zu gehen. das mit dem premium-service muss man in der o2-arena noch ein wenig üben. sonst wars aber super. echt.
(kommentare)
(autor: felix schwenzel) źródło
mccain
Author: admin
mir fallen gerade lauter doofe fragen zu john mccains namen ein. macht der eigentlich auch wahlkampf bei mcdonalds? gäbe es einen „mccain“ bei mcdonalds, würde man ihn dann auch mit käse bekommen? wurde nicht gerade ein auf einem PC-spiel basierend ein film gedreht der john mcpain heisst?
apropos mccain. peter breuer hat mir eben dieses bild geschickt.
(kommentare)
(autor: felix schwenzel) źródło
assoziations-dings
Author: admin
dieser kommentar zum kommentar zu diesem video gefällt mir, auch wenn ich kein adjektiv abbekommen habe:
Warum eigentlich schmeißen sich die TV-Fritzen in der Regel immer auf die drei gleichen Hirnis: Den blödelnden Irokesen, den Pseudointellektuellen aus Düsseldoof und Felix Schwenzel. Aua!
kann das jemand erklären, dass leute die sascha lobo und mario sixtus sehen, auch an felix schwenzel denken? #
(kommentare)
(autor: felix schwenzel) źródło
wasserfall
Author: admin
hallo herr jakobs!
Author: admin
Ich habe mein SZ-Abo gekündigt, weil ich sueddeutsche.de unter aller Würde finde. Und ich weiß nicht, warum eine so gute Zeitung wie die SZ es nicht schafft, ein entsprechendes Onlineangebot hinzukriegen. (weiterlesen)
(kommentare)
(autor: felix schwenzel) źródło
exklusiver zugang über google?
Author: admin
was philipp lenssen hier über ein neues google-feature schreibt ist ziemlich interessant. google bietet sites mit verschlossenen oder zu bezahlenden inhalten an diese zu indexieren, wenn sie google-benutzern diese inhalte kostenlos zur verfügug stellen.
ich hab so ein gefühl, dass google hier einen entscheidenden schritt zu weit geht und sich von mehreren seiten gehörigen ärger einhandeln könnte. bisher hat google immer versucht, bei neuen projekten oder features kritikern den wind aus den segeln zu nehmen, indem man sich zur quelloffenheit oder grösstmöglicher transparenz bekannte oder die konkurenz gleich mit ins boot holte. das XML-sitemap-protokoll ist so ein fall oder die weiterentwicklung des robots.txt-formats.
dieses „first click free“-dings stinkt meiner meinung nach einen ticken zu viel nach unfairer ausnutzung einer marktbeherrschenden stellung. ausserdem verlässt google seine bisherige, relativ neutrale position und wählt einen technisch minderwertigen und völlig blödsinnigen weg bei der umsetzung dieses features.
ich glaube dieser schuss ins google-knie könnte als kopfschuss enden.
[bei philipp lenssen weiterlesen.]
(kommentare)
(autor: felix schwenzel) źródło
focus.de vs. spiegel.de
Author: admin
am samstag in hamburg sah ich den chefredakteure von spiegel.de und focus.de dabei zu, wie sie sich bemühten ihren jeweiligen online-auftritten journalistische qualität, markt- und meinungsführerschaft zuzuschreiben. spiegel.de lese ich zwar sehr selten, würde der nachrichtensite aber attestieren lernfähig und, abgesehen von sporadischem abgleiten ins unerträglich boulevardesque oder tittenblattige, ziemlich informativ zu sein. focus.de zieht völlig unbeachtet an mir vorbei, lediglich sein chefredakteur inspieriert mich hin und wieder zu lobeshymnen.
also habe ich mir gedacht, schau dir die beiden sites doch mal zusammen an und vor allem, guck mal, ob focus.de vielleicht doch brauchbarer oder lesenswerter als das blatt selbst ist (das blatt werde ich nach einem testkauf vor vielen jahren, noch nicht einmal mehr mit der kneifzange oder beim friseur anfassen).
heute abend, nachdem ich den halben tag übernächtigt und erschöpft im bett verbracht habe und die andere hälfte kaffee-trinkend und fas-lesend im kaffee — also völlig ahnungslos von der aktuellen weltlage war — habe ich parallell beide seiten aufgerufen um mich auf den letzten stand der dinge zu bringen.
spiegel.de machte mit der meldung auf, dass colin powell barack obama unterstütze: „Powell zieht für Obama in den Wahlkampf“, focus mit der meldung, dass frank-walter steinmeier „bauchschmerzen“ (wegen hessen) habe. hessen und steinmeier interessierten mich heute abend nicht, der erste klick ging an spiegel.de. der artikel im spiegel.de über colin powell war informativ und ziemlich OK. auf focus.de ist die story an zweiter stelle und mit „Bushs Ex-Außenminister unterstützt Obama“ überschrieben. das ist etwas genauer als spons „Powell zieht für Obama in den Wahlkampf“, da, wie ich sowohl auf spiegel.de, als auch focus.de las, powell nur seine bereitschaft für obama in den wahlkampf zu ziehen erklärte. eigentümlich, dass ich nur auf focus.de lese, dass mccain in umfragen „gewaltig“ aufhole: „Obama dürfte sich über die Unterstützung freuen, zumal sein Kontrahent, der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain, nur noch drei Prozentpunkte zurück liegt. Das ergaben Umfragen, die im Auftrag der Nachrichtenagentur Reuters und C-Span erhoben wurden.“ auf spiegel.de keine silbe von diesen umfragen.
die ergebnisse des formel1-rennen heute früh interessierten mich auch, da ich das rennen komplett verpennt hatte. sowohl spiegel.de, als auch focus.de war das rennen keinen aufmacher mehr wert. artikel über das rennen waren auf beiden seiten an die zweite stelle der sport-teaser gerutscht, bei spiegel.de unter eine fussball-meldung, auf focus.de unter einen omninöse teaser auf denen man ameriaknische cheerleader erkennen kann die ihre ärsche in die kamera recken, was der teaser-textende focus-redakteur „Verwirrende Cheerleader-Posen“ nannte. mich machen solche arsch-und-titten-teaser wahnsinnig aggressiv. selbst wenn so ein aufgeilungs-schrott kräftig geklickt wird, wie kann sich ein chefredakteur ohne rot zu werden auf ein podium setzen und von qualität schwadronieren? spiegel.de ist da auch nicht so viel besser, verpackt seine arsch-und-titten-story aber feuilleton-artig als besprechung eines fotobandes.
der focus.de-formel1-artikel auf der homepage beschränkt sich leider auf die ferrari-stallorder („Formel 1: Übler Stallordergeruch“), nicht schlecht geschrieben, aber weder fand ich im artikel einen hinweis auf eien zusammenfassung des ganzen rennens, noch hatte ich lust mich durch die focus.de-ressortübersicht durchzuklicken um einen zu finden. ausserdem war der artikel auf zwei seiten verteilt, was mich nach dem aufgeil-arsch-teaser innerhalb von zwei minuten erneut voll aggro werden liess. die spiegel.de-rennzusammenfassung („Hamilton-Sieg in China: Silberpfeil zielt auf Gold“) war sauber geschrieben, informativ und am ende wusste ich alles was ich wissen wollte — im gegenteil zum focus.de, der mich nur partiell informierte.
was mich auch interessierte, auch wenn ich schon ein paar stunden vorher das original gesehen hatte, war der auftritt von sarah palin bei saturday night live. spiegel.de titelt „Saturday-Night-Live-Auftritt: Sarah Palin floppt in der Comedy-Show“, focus.de „Gute Miene zu böser TV-Parodie“. die überschriften zeigen deutlich, dass sowohl spiegel.de als auch focus.de windschief sind: spiegel.de neigt sich nach links, focus.de nach rechts. ich tendiere rein subjektiv zur spiegel.de-perspektive, zumal ich tina fey nicht böse, sondern urkomisch finde.
focus.de schreibt über den fernsehauftritt palins eine kurze zusammenfassung, die OK ist, aber keine sonderliche tiefe aufweist. vor allem gibts keinen link zur show oder zu einem video. bei spiegel.de schon. ausserdem schreibt sich marc pitzke aus „new york“ (warum muss man das betonen?) einen wolf, liefert sehr viele hintergrund- und nebeninformationen, so dass ich mich auch hier von spiegel.de ungefähr 34mal besser informiert fühle.
meine aufmerksamkeitsspanne ist bei spiegel.de nun erschöpft, ausser den oben beschriebenen artikeln erregt nichts weiter mein interesse. focus.de hat irgendwo am unteren ende der seite noch eine meldung die ich klicke: „Apple-Interview mit kuriosen Momenten“. auf der homepage wird angekündigt: „Apple gilt als höchst verschwiegenes Unternehmen ─ doch FOCUS-Redakteur Ulf Hanneman konnte mit Vertriebsvorstand Ron Johnson sprechen.“ nach dem klick wird schnell klar, dass focus.de mich hier erneut zu verarschen versucht. der artikel ist lediglich ein hohler teaser, diesmal nicht mit arsch und titten, sondern mit äpfeln. nach drei absätzen in denen lediglich über den unglaublichen, unfassbaren widrigen interview-bedingungen lamentiert wird, lese ich: „Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen FOCUS-Ausgabe auf Seite 130.“
nein, focus.de, spar dir deine werbe-imperative. ganz sicher lese ich das nicht.
vielleicht bin ich ja zu anspruchsvoll, zu erwarten, auf einer nachrichtenseite umfassend informiert zu werden, hinter teasern das zu erwarten was im teaser steht und von altmänner-titten-und-arsch-ködern verschont zu bleiben. fakt ist, ausser dem etwas besseren colin-powell-artikel hatte der focus.de keine chance gegen spiegel.de. im gegenteil, vom focus.de kam ich mir auch noch mehrfach verschauckelt vor. wenns um mein subjektives informationsbedürfnis geht, kommt mir spiegel.de sehr viel mehr entgegen. den ranzigen eindruck den ich vom focus auf papier habe, konnte die online-version nicht abschütteln. spiegel.de schafft das einigermassen.
(kommentare)
(autor: felix schwenzel) źródło


